152015Jul
Gemeinsam statt einsam

Gemeinsam statt einsam

Ältere Menschen fühlen sich in ihren eigenen vier Wänden oft einsam und allein. Häufig ist die Familie weit weg gezogen oder beruflich stark eingebunden, sodass man eben nicht mal schnell auf einen Kaffee vorbeikommen oder regelmäßig nach dem Rechten schauen kann.

Vorallem zu besonderen Anlässen wie z.B. an Geburtstagen spüren unsere Bewohner die Einsamkeit ganz stark. Traurigkeit macht sich breit, man fühlt sich unwichtig, allein gelassen und vergessen.

Doch in unseren Betreuten Wohnobjekten in Ruppertsgrün und Fraureuth bleibt keiner allein. Gerade an Geburtstagen stellen sich schon am Vormittag die ersten Gratulanten ein, um das Geburtstagskind zu beglückwünschen. So richtig gefeiert wird dann beim wöchentlichen Kaffeekränzchen am Freitag.

Natürlich hat jeder Gratulant ein kleines Präsent dabei, um dem Geburtstagskind eine Freude zu machen. Doch das schönste Geschenk ist die Aufmerksamkeit, die einem zuteil wird: zu wissen, dass die anderen an einen denken, dass man ihnen wichtig ist, diesen Tag nicht einsam und allein verbringen muss und schon gar nicht vergessen wird. Diese Gewissheit ist für unsere Bewohner das schönste Geschenk.

Tröstende, ermutigende und aufmunternde Worte zu finden, ist eine Selbstverständlichkeit für unsere Bewohner und so wird es immer wieder geschafft, die große Sehnsucht nach der eigenen Familie bis zu deren nächstem Besuch erträglich zu machen.

Doch nicht nur an Geburtstagen oder anderen feierlichen Anlässen ist dieses gemeinsame Miteinander deutlich spürbar, nein auch im Alltag unserer Bewohner ist dieses Zusammengehörigkeitsgefühl allgegenwärtig.

So wird zum Beispiel auch nicht vergessen beim Wohnungsnachbar nachzufragen, ob der eine oder andere Wunsch mit auf die Einkaufsliste soll, wenn zum Supermarkt gefahren wird. Oder man freut sich gemeinsam über den bunt bepflanzten Blumenkasten auf Nachbars Balkon. Ist einer krank, wird sich natürlich nach dem Befinden erkundigt, ein Krankenbesuch gemacht und von Herzen Genesungswünsche übermittelt. Besonders dankbar dafür sind die Bewohner, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Für sie bedeutet so ein „Halten der Hand“ , ein Streicheln oder eine liebevolle Umarmung oft viel mehr als das Mitbringen von Süßigkeiten oder Blumen.

Viele unserer Senioren haben wenigstens einen Krieg miterleben müssen, mit all dem Leid und den Entbehrungen. Sicherlich haben sie durch diese harte Schule des Lebens einen ganz besonderen Bezug zu solchen Tugenden wie Wertschätzung, Respekt, Achtung. Toleranz und Mitgefühl entwickelt.

Füreinander da sein, sich umeinander kümmern, keinen allein lassen – das sind keine Strohfeuer, nein nach diesem Motto leben die Bewohner in unseren Betreuten Wohnen zusammen. Sie begleiten sich sozusagen bis zu ihrem letzten Weg.  Auch dann sammelt die Hausgemeinschaft, um sich würdevoll mit einem Trauergesteck oder – gebinde verabschieden zu können. Und auch wenn jeder mit seiner eigenen Trauer über solch einen Verlust zu kämpfen hat, finden sich doch auch für die Hinterbliebenen tröstende Worte.

Leben im Alter – auch so kann es aussehen: als Mitglied einer netten Hausgemeinschaft, die aufeinander aufpasst und keinen allein lässt, mit der Garantie, vom Pflegepersonal Hilfe und Unterstützung zu bekommen, wann immer sie notwendig ist und der Gewissheit, trotz aller gesundheitlicher Beschwerden am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können , ganz gleich ob allein oder mit Lebenspartner.