272013Mai

Freiwillige Feuerwehr Werdau jetzt auch mit AED ausgerüstet

Dank des Lions-Club Crimmitschau-Werdau verfügen jetzt auch die Freiwilligen Feuerwehren in Werdau und Beiersdorf über einen Automatisierten externen Defibrillator (AED).

Etwa 120.000 Menschen sterben laut neuesten Berechnungen in Deutschland jährlich an Kreislaufversagen, Herzinfarkt und plötzlichem Herztod. Defibrillatoren können im Ernstfall Leben retten.

Für den plötzlichen Herztod ist am häufigsten Kammerflimmern verantwortlich, das nur durch einen Elektroschock gestoppt werden kann. Da der Elektroschock allerdings sofort und ohne Zeitverlust erfolgen muss, kommt der Notarzt häufig zu spät. Bei solch einem lebensbedrohlichen Ereignis sinkt die Überlebenschance eines Betroffenen mit jeder Minute um ca. 10%. Da bei unmittelbarer Alarmierung des Rettungsdienstes bis zum Eintreffen  durchschnittlich 12 Minuten vergehen, kann sich jeder ausrechnen, dass bei ausbleibender Soforthilfe jede weitere Hilfe zu spät kommt. Das bedeutet, dass nur unmittelbar anwesende Menschen den Betroffenen vor dem sicheren Tod retten können, zumindest so lange bis der Notarzt eintrifft.

Ein sehr gutes und für jeden leicht anzuwendendes Hilfsmittel ist dabei der AED, welcher die herkömmliche Methode der Herzdruckmassage zuverlässig und sicher ergänzen kann. Dieses Gerät ist so konzipiert, dass es die Herzaktionen des Betroffenen misst und sich nur dann auslösen lässt, wenn es unbedingt notwendig ist. Eine Fehlanwendung ist also völlig ausgeschlossen, so dass sich keiner davor scheuen muss, den AED anzuwenden.

Bewehrt hat sich der Einsatz vor allem an Orten, an denen sich sehr viele Menschen aufhalten (Flughäfen, Bahnhöfe, Supermärkte u. ä.). In Deutschland sind AED´s zum Beispiel in den Haltestellen von S- und U-Bahnen, auf großen Flughäfen und in öffentlichen Einrichtungen  vorhanden. Alle deutschen Hilfsorganisationen bilden Ersthelfer in der Anwendung von AED´s aus und befürworten den Einsatz von AED-Geräten durch geschulte Laien.

Ein Unfall brachte Herrn Neidel auf die Idee, im Raum Werdau flächendeckend solche AED-Geräte zu verteilen. Ein großes Vorhaben, welches allein nicht zu schaffen ist. Ein Gerät kostet in Deutschland etwa 2500,- bis 3000,- € inklusive Nebenkosten. Also brauchte die Firmengruppe Neidel, zu der auch ein eigener Rettungsdienst gehört, Mitstreiter und Sponsoren. Die wurden vor allem beim Lions-Club Crimmitschau-Werdau gefunden. Zusammen wurde das Projekt gestartet und nach und nach die wichtigsten Stellen, an denen sich regelmäßig eine große Anzahl von Menschen aufhält, mit AED-Geräten ausgestattet. So befinden sich mittlerweile AED’s im REWE-Markt, im Kaufland, in der Glowatzky-Halle, im WEBALU, im Freibad Fraureuth sowie im Koberbachzentrum.

Der siebente AED wurde durch Herrn Neidel und Herrn Hoff als Vertreter des Lions-Club an die Freiwillige Feuerwehr Werdau übergeben. Die Mitglieder der Feuerwehr Werdau erhielten eine theoretische und praktische Einführung in die Bedienung dieses AED. Die Freiwillige Feuerwehr Beiersdorf erhielt zu ihrem 125. Jubiläum ebenfalls ein AED-Gerät.

Somit umfasst dieses einmalige Konzept bisher acht AED’s, weitere sind in Planung. Doch damit nicht genug. Im Rahmen der Bevölkerungsaufklärung führt die Rettungsambulanz / Rettungsdienstschule Werdau kostenlose Schulungen durch, damit im Notfall diese Gräte auch wirklich zum Einsatz kommen können.

Ziel ist es, in der Region die Überlebenschancen bei plötzlichem Herzversagen um mindestens 10% oder noch mehr zu erhöhen. Ein ehrgeiziges Projekt, welches letztendlich allen zugutekommt und mithilft, die Lebensqualität in dieser Region zu erhöhen.